FAQ

Kernkraft? Ja, bitte! bringe ich eher mit Atomkraft in Verbindung. Warum startet mein Biomarkt eine solche Initiative?

Stimmt, der Titel ist sehr provokant. Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, um überhaupt erst einmal wahrgenommen zu werden. Mit dem Untertitel „Wir essen, was wir säen.“ deuten wir bereits an, auf was wir aufmerksam machen wollen: auf die Grundlage unserer Ernährung, die Verfügbarkeit und Qualität unseres Saatguts.

Wer steht hinter der Initiative?

denn’s Biomarkt und die Märkte der BioMarkt Verbundgruppe haben die Initiative ins Leben gerufen.

Was ist das Ziel der Initiative?

94 Prozent unserer Saatgutvielfalt sind bereits verloren. Für uns sind die genetische Vielfalt, nachbaufähiges Saatgut und eine gentechnikfreie Züchtung die Basis einer gesunden Ernährung. Deshalb machen wir uns stark für eine zukunftsfähige Ökozüchtung und setzen auf Saatgut, das aus sich heraus stark und widerstandsfähig ist.

Wer sind die Partner der Initiative?

Für dieses umfangreiche Vorhaben brauchen wir natürlich Partner aus der Zucht. Wir freuen uns sehr, eng mit dem Saatgutfonds zusammenzuarbeiten und außerdem Projektpartner aus den Bereichen Obst (Apfel:gut und Poma Culta) Gemüse (Kultursaat) und Getreide (Getreidezüchtung Peter Kunz) gewonnen zu haben. Daneben unterstützen uns unsere Lieferanten durch ihre Beteiligung an der Herbstkampagne.

Was ist der Unterschied zwischen konventioneller und ökologischer Saatgutzüchtung?

Im Vorgehen unterscheiden sich beide oft nicht wesentlich. Allerdings ist die Zielsetzung eine andere: konventionelle Züchter entwickeln ertragreiches Saatgut, das aber nicht besonders stark gegen Umwelteinflüsse oder anpassungsfähig sein muss, da es von chemisch-synthetischen Pestiziden und Mineraldüngern unterstützt werden kann. Das Zuchtziel ökologischer Züchtung sind Sorten, die eben ohne diese künstlichen Unterstützer auskommen.

Warum brauchen wir eine Vielfalt an Saatgut?

Konventionelle Landwirtschaft konzentriert sich auf wenige Pflanzen, die mit Hilfe von Dünger und Pestiziden nahezu weltweit angebaut werden können. Dadurch ist die Vielfalt an Saaten geschrumpft. Dabei brauchen wir genau diesen Reichtum, aus dem auch noch nachfolgende Generationen schöpfen können, um starke und widerstandsfähige Sorten zu erhalten.

Was heißt Resilienz?

Resilienz ist die Fähigkeit, widerstandsfähig zu sein. Resiliente Pflanzen können sich z.B. an verändernde Umwelteinflüsse anpassen und sind weniger krankheitsanfällig.

Warum ist nachbaufähiges Saatgut so wichtig?

Vielfalt lebt auch von einem gesunden Kreislauf: Kultursorten werden angebaut, geerntet und ein Teil der Ernte wird einbehalten, um diesen im nächsten Jahr wieder einzusetzen. Voraussetzung dafür ist die Nachbaufähigkeit, also die natürliche Weitergabe der Erbanlagen.

Was sind Hybridsaaten?

Hybriden sind das Ergebnis der Kreuzung von zwei auf Perfektion gezüchteten Eltern. Die Tochtergeneration ist mit Top-Eigenschaften, z.B. Ertragshöhe ausgestattet.

Was ist der Nachteil von Hybridsaaten?

Hybride sind quasi Einwegpflanzen. Die herangezüchteten Eigenschaften verlieren sich bei Weitervermehrung in der zweiten Tochtergeneration wieder. Landwirte, die Hybridsaat ausbringen, müssen immer wieder neues Saatgut kaufen. Das schafft Abhängigkeit von Saatgut-Firmen und verhindert planvolle Züchtung.

Warum wird in der ökologischen Landwirtschaft auf Gentechnik verzichtet?

Die ökologische Landwirtschaft geht sorgsam mit Ressourcen, Saat und Pflanze um. In der Ökopflanzenzüchtung werden die Zelle und das Genom als unteilbare funktionelle Einheit respektiert. Gentechnik wird deshalb komplett ausgeschlossen.

Was ist „CRISPR-CAS“?

Die konventionelle Landwirtschaft wendet technische Verfahren wie z.B. CRISPR-CAS, auch bezeichnet als Genschere, zur Veränderung des Genoms an. Das Verfahren kann gezielt Gene ausschalten, verändern und austauschen. Es ist kostengünstig und effizient. Zur Zeit ist umstritten , ob CRISPR-CAS überhaupt als Gentechnik zu kennzeichnen ist, obwohl es sich ganz klar um einen Eingriff in die Zelle handelt.

Wo erhalte ich mehr Informationen?

Für weitere Informationen liegen für die Kunden in den Märkten Info-Flyer bereit, weitere Einblicke liefert unser neues Kundenmagazin KREO.

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